Pilz-Skandal: Warum reagieren die Grünen erst jetzt?

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Brisante Neuigkeiten im Fall Pilz: Offenbar wusste ein kleiner Kreis des Grünen Klubs von den Vorwürfen. Schon Anfang 2016 traf ein Schreiben der Gleichbehandlungsanwaltschaft, an die sich diese Betroffene gewendet hatte, in der Klubleitung ein. Warum hat man also ihm sogar einen Vorzugsstimmenwahlkampf angeboten, obwohl man von den Vorwürfen wusste? Steckt womöglich politische Intrige dahinter?

Rückblick: Pilz wurde im Dezember 2015 mit den Vorwürfen konfrontiert, Glawischnig habe ihm die Anschuldigungen vorgelesen, er sei aber darauf nicht weiter eingegangen. Im Frühling 2017 boten die Grünen Pilz an, auf dem 14. – und letzten – Platz der Bundesliste zu kandidieren und einen Vorzugsstimmenwahlkampf zu führen. Der 63-järhige Steirer sagte aber dankend ab.

Der Grüne Klub wollte die Vorwürfe klären, jedoch könne ein Verfahren von der Gleichbehandlungskommission ausschließlich von der Betroffenen geführt werden, so Glawischnig. Für eine politische Aufdeckung samt Wirkung in der Klubsitzung wäre die Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht Voraussetzung gewesen, die aber nicht erteilt wurde, da die Betroffene eine öffentliche Bloßstellung befürchtete. Das bedeutet wiederrum aber auch, dass die Grünen einen möglichen „Täter“ (für Pilz gilt die Unschuldsvermutung) in der grünen Partei duldeten. Womöglich hätte es aber auch andere Wege gegeben, um den Ex-Grünen Politiker loszuwerden. So muss sich also die damalige Parteispitze die Frage gefallen lassen, warum hier geschwiegen wurde. Diese Vorwürfe können gar nicht stimmen, sonst hätte ihn ja die Partei fallen gelassen, deswegen werde er alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um seine Unschuld zu beweisen, so Pilz. Es bleibt also weiterhin spannend.

© DiePresse.com (Fabry)

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